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Speicherstadtmuseum

Kaffeesäcke, Griepen und Probenstecher auf einem echten Lagerboden von 1888: Das kleine, privat geführte Museum in Block L erzählt, wie die Quartiersleute in der Speicherstadt Kaffee, Tee und Kakao lagerten und veredelten – und wie aus einem Altstadtviertel das UNESCO-Welterbe wurde. Täglich geöffnet, 6 Euro Eintritt.

Foto: Pauli-Pirat, CC BY-SA 4.0

Ein Lagerboden erzählt

Dicke Nieten halten die Eisenstützen zusammen, der Boden knarrt, es riecht nach Kaffee und Jute: Das Speicherstadtmuseum sitzt auf einem originalen Lagerboden in Block L, gebaut 1888 im ersten Bauabschnitt des weltgrößten Lagerhausviertels. Hier wird gezeigt, wie die Quartiersleute – die Lagerhalter der Speicherstadt – hochwertige Importgüter wie Kaffee, Tee, Kakao oder Kautschuk lagerten, bemusterten und veredelten: mit Probenstechern, Griepen und Handhaken, Zuckerklatschen und der Schottschen Karre, und mit Warenproben, die man anfassen und riechen darf. Ein Highlight sind die silbernen Maurerwerkzeuge, mit denen Kaiser Wilhelm II. am 29. Oktober 1888 den Zollanschluss Hamburgs symbolisch besiegelte.

Der zweite Schwerpunkt ist die Baugeschichte: Fotos und Pläne zeigen, wie zwischen 1885 und 1927 auf 330.000 Quadratmetern Lagerfläche eine Stadt aus Speichern entstand – und dass dafür ein Altstadtviertel mit rund 16.000 Bewohnern abgerissen wurde. Dazu kommen der Kaffee- und Teehandel der Kontore samt einer alten Tee-Probierstube und das Inventar einer Kaffeerösterei. Das Museum ging aus einer Ausstellung des Museums der Arbeit hervor, wurde 1995 von Henning Rademacher als privat geführte Außenstelle gegründet und gehört seit 2008 zur Stiftung Historische Museen Hamburg, ohne Zuschüsse zum laufenden Betrieb; 2011 zog es von Block R in den Block L um. Kinder folgen „Kalle, de lütte Quartiersmann“ auf einer Rallye durch das Haus, abends gibt es Krimilesungen zwischen den Kaffeesäcken, dazu Tee- und Kaffeeverkostungen und Rundgänge durch das Welterbe. Bis 4. Oktober 2026 läuft die Sonderausstellung „Verloren und Vergessen – Wie die Speicherstadt vor dem Krieg war“.

Ausstellungsraum mit gestapelten Kaffeesäcken, einem Holzfass, einer Sackkarre und historischen Fotos zwischen genieteten Eisenstützen
Kaffeesäcke, Fass und Sackkarre auf dem originalen Lagerboden – die Speicherarbeit ist das zentrale Thema des Museums. Foto: Uwe Rohwedder, CC BY-SA 4.0

Gut zu wissen

Von März bis Oktober ist das Museum Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar täglich von 10 bis 17 Uhr. Bis auf Heiligabend ist es an allen Feiertagen offen; am ersten Weihnachtstag und an Neujahr erst ab 12 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, Schüler zahlen 3 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind frei; Gruppen ab zehn Personen und Inhaber von Hamburg Card, Ferienpass oder Niedersachsen-Ticket zahlen 4,50 bzw. 3,50 und 2,50 Euro. Ein Museumsshop mit Tee vom Hamburger Teespeicher und Kaffee der Speicherstadt Kaffeerösterei sowie die kleine „Kaffeeklappe“ für Kaffee und Kuchen gehören dazu. Der Zugang ist nicht stufenlos, ein Behinderten-WC fehlt.

Alter Kaffeeröster aus grauem Metall mit Trichter und Kühlsieb vor roter Wand, darüber ein Emailschild einer Hamburger Kaffee-Import-Rösterei
Kaffee zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung: ein historischer Trommelröster unter dem Schild einer Hamburger Import-Rösterei. Foto: Uwe Rohwedder, CC BY-SA 4.0

Anfahrt

Block L steht Am Sandtorkai 36 am Rand der Speicherstadt, gegenüber der HafenCity. Mit der U3 bis Baumwall sind es rund fünf Minuten zu Fuß; die Bushaltestelle Am Kaiserkai/Elbphilharmonie (Metrobus 2, Bus 111) liegt etwa 100 Meter entfernt. Parken im Conti-Parkhaus Am Sandtorkai 6–8 oder im Parkhaus Rödingsmarkt, von dort über die Deichstraße und die Fußgängerbrücke über den Binnenhafen direkt zum Museum.

Öffnungszeiten & Preise

Grüne Holzkarre mit zwei großen Speichenrädern und langen Griffen auf dem Museumsboden, daneben eine Erklärtafel
Die Schottsche Karre: Mit dem zweirädrigen Handwagen wurden in der Speicherstadt bis in die 1950er Jahre Waren bewegt – bis zu einer Tonne Ladung. Foto: Uwe Rohwedder, CC BY-SA 4.0

In der Nähe

Gleich nebenan liegen das Miniatur Wunderland, das Hamburg Dungeon und die Kehrwiederspitze; Kaffee gibt es in der Speicherstadt Kaffeerösterei, im Café Minah oder bei Klein und Kaiserlich. Mehr über das Viertel auf unserer Seite zur Speicherstadt, und in fünf Minuten ist man an der Elbphilharmonie.

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Die Angaben stammen von speicherstadtmuseum.de, Stand September 2026, ohne Gewähr.

Adresse

Block L, Am Sandtorkai 36
20457 Hamburg, HafenCity

U3 Baumwall, Bus 2/111 Am Kaiserkai/Elbphilharmonie.

Öffnungszeiten

  • März–Oktober: Mo–Fr 10:00 bis 17:00 Uhr, Sa/So/Feiertage 10:00 bis 18:00 Uhr
  • November–Februar: täglich 10:00 bis 17:00 Uhr

Heiligabend geschlossen, 25.12. und 1.1. ab 12 Uhr.

Eintritt

  • Erwachsene 6 €
  • Ermäßigt 4,50 €, Schüler 3 €
  • Kinder unter 6 frei
  • Gruppen ab 10 / Hamburg Card: 4,50 / 3,50 / 2,50 €

Zugang nicht stufenlos.

Kontakt

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