Elbphilharmonie
Konzerthaus, Wahrzeichen und öffentliche Aussichtsplattform. Alles, was du vor dem Besuch wissen solltest.
Ein Backsteinspeicher mit gläserner Krone
Kaum ein Gebäude hat das Bild Hamburgs so schnell verändert wie dieses. Wer heute mit dem Schiff die Elbe hochkommt, sieht zuerst das Wellendach über der HafenCity. Dabei ist der untere Teil des Hauses deutlich älter als der Rest: Der rote Klinkerblock ist der frühere Kaispeicher A, in dem einmal Kakao, Tee und Tabak lagerten.
Darauf sitzt seit 2017 ein gläserner Aufbau, der aussieht wie eine gefrorene Welle. Zwischen beiden Teilen liegt die Plaza, eine öffentlich zugängliche Terrasse, die einmal um das gesamte Gebäude führt. Genau die macht die Elbphilharmonie auch für alle interessant, die kein Konzertticket haben.
Vom Lagerhaus zum Konzerthaus
Der Kaispeicher A wurde zwischen 1963 und 1966 nach Plänen von Werner Kallmorgen gebaut, als Lagerhaus für den Hafenumschlag. Irgendwann brauchte niemand mehr einen Speicher an dieser Stelle. Statt ihn abzureißen, setzten die Basler Architekten Herzog & de Meuron das neue Haus einfach obendrauf.
Gebaut wurde von 2007 bis 2016. Dass daraus eine der bekanntesten Baustellen des Landes wurde, lag an den Kosten: Am Ende standen 866 Millionen Euro auf der Rechnung, ein Vielfaches der ersten Schätzungen. Eröffnet wurde am 11. Januar 2017. Die Diskussion über den Preis verstummte danach recht schnell.
Die Glasfassade besteht aus rund 1.100 Elementen aus jeweils vier Scheiben. 595 davon sind einzeln gekrümmt, keine gleicht der anderen. Deshalb wirkt die Oberfläche je nach Wetter und Tageszeit unterschiedlich: mal spiegelnd wie Wasser, mal fast durchsichtig.
Die Tube: 80 Meter Rolltreppe
Der Weg nach oben ist selbst eine kleine Attraktion. Vom Eingang aus fährt man mit einer über 80 Meter langen Rolltreppe durch das Innere des alten Speichers. Sie ist leicht gewölbt, sodass man das obere Ende zunächst nicht sieht. Die Wände sind mit tausenden Glaspailletten besetzt, die das Licht streuen.
Oben angekommen öffnet sich der Blick auf den Hafen. Wer mag, nimmt anschließend die kürzere zweite Rolltreppe zur Plaza.
Die Plaza: Aussicht auf 37 Metern
Die Plaza liegt genau dort, wo Altbau und Neubau aufeinandertreffen, auf 37 Metern Höhe. Sie führt einmal komplett um das Gebäude herum, teils im Freien, teils hinter Glas. In die eine Richtung schaut man auf den Hafen und die Werften, in die andere über die Speicherstadt bis zu den Türmen der Innenstadt.
Ein Konzertticket braucht man dafür nicht. Oben gibt es außerdem ein Café, einen Shop und Toiletten. Für Fotos lohnt sich der späte Nachmittag, wenn die Sonne von Westen über den Hafen steht. Wer Ruhe möchte, kommt besser vormittags oder spät abends.
Drei Säle und eine Wand aus Gips
Im Haus gibt es drei Spielstätten. Der Grosse Saal fasst 2.100 Besucher und ist als Weinberg angelegt: Die Ränge steigen rund um das Podium an, kein Platz ist weiter als dreißig Meter von den Musikern entfernt. Der Kleine Saal bietet 550 Plätze, das Kaistudio 1 noch einmal 170.
Für die Akustik des Grossen Saals war der japanische Akustiker Yasuhisa Toyota verantwortlich. Sein bekanntestes Mittel ist die sogenannte Weiße Haut: eine Verkleidung aus etwa 10.000 gefrästen Gipsfaserplatten mit rund einer Million kleiner Vertiefungen. Jede davon wurde einzeln berechnet. Sie streuen den Schall so, dass er gleichmäßig im Raum verteilt wird.
Wer die Säle sehen möchte, ohne ein Konzert zu besuchen, kann an einer Führung teilnehmen. Diese finden allerdings nur statt, wenn es der Spielbetrieb zulässt, und sind entsprechend oft ausgebucht.
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Adresse
Platz der Deutschen Einheit 4
20457 Hamburg, HafenCity
Besucherzentrum: Am Kaiserkai 62, täglich 10 bis 20 Uhr
Öffnungszeiten Plaza
Täglich 10 bis 24 Uhr
Letzter Einlass 23:30 Uhr. An Heiligabend und Silvester gelten kürzere Zeiten.
Eintritt Plaza
- Bis 4. Oktober 2026: Restkarten vor Ort kostenlos, Vorbuchung 3 €
- Ab 5. Oktober 2026: 5 €, ermäßigt 3 €
- Kinder unter drei Jahren zahlen nichts
Wer vorbucht, bekommt ein festes Zeitfenster und muss nicht anstehen.
Anfahrt
- U3 bis Baumwall, von dort rund zehn Minuten zu Fuß
- Buslinie 111, Haltestelle Elbphilharmonie
- HADAG-Fähre Linie 72 ab Landungsbrücken
Parkplätze sind in der HafenCity knapp und teuer. Öffentlich ist deutlich entspannter.
Konzertkarten laufen getrennt von der Plaza und sind bei beliebten Programmen früh vergriffen. Ein Blick in den Spielplan lohnt sich, sobald der Reisetermin steht.
Erst der Speicher, dann die Welle. Hamburg baut gern auf Bestehendem weiter.