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Internationales Maritimes Museum

Zehn Decks in Hamburgs ältestem Speicher, gefüllt mit 3.000 Jahren Seefahrt.

Eine Sammlung, die mit einem Kinderzimmer begann

Peter Tamm bekam als Sechsjähriger ein Modellschiff geschenkt. Daraus wurde eine der größten maritimen Privatsammlungen der Welt: mehr als 50.000 Schiffsmodelle, über eine Million Fotografien zur Seefahrt und tausende teils originale Konstruktionspläne.

Seit 2008 steht die Sammlung im Kaispeicher B in der HafenCity. Das Haus ist Hamburgs ältestes erhaltenes Speicherbauwerk und passt insofern gut: Ein Lagerhaus für Seehandel beherbergt jetzt dessen Geschichte.

50.000Schiffsmodelle
10Ausstellungsdecks
12.000 m²Ausstellungsfläche
1879Baujahr des Speichers
Kaispeicher B in der Hamburger HafenCity mit dem Schriftzug Maritimes Museum und goldener Schiffsschraube davor
Der Kaispeicher B von 1879 ist Hamburgs ältestes erhaltenes Speicherbauwerk. Foto: Fred Romero, CC BY 2.0

Ein Speicher von 1879

Der Kaispeicher B entstand 1878 und 1879 nach Plänen von Wilhelm Emil Meerwein und Bernhard Hanssen, im Stil der Hannoverschen Schule. Er ist damit älter als die Speicherstadt nebenan, deren Bau erst 1883 begann.

Für das Museum wurde der Bau von Mirjana Markovic umgebaut. Die Etagen heißen hier Decks, es sind zehn Ausstellungsdecks auf mehr als 12.000 Quadratmetern. Jedes Deck hat ein eigenes Thema, von der Navigation über den Schiffbau bis zur Marinemalerei.

Wer das ganze Haus sehen will, sollte Zeit mitbringen. Rund 150.000 Menschen kommen pro Jahr, an Regentagen ist es deutlich voller.

Bibliothek des Internationalen Maritimen Museums mit Regalen voller Bücher zur Seefahrt
Zur Sammlung gehört eine Bibliothek mit mehreren zehntausend Bänden. Foto: Medea7, CC BY-SA 3.0

Modelle aus Knochen

Das ungewöhnlichste Stück der Sammlung sind die Knochenschiffe. Das Museum besitzt 35 davon, die weltweit größte private Sammlung. Gebaut wurden sie von französischen Kriegsgefangenen in britischen Lagern der Napoleonischen Zeit, aus den Knochen ihrer Essensrationen.

Daneben stehen Modelle aus Gold, Silber und Bernstein, dazu Originalteile wie Bugzierden ausgemusterter Schiffe. Die Sammlung deckt rund 3.000 Jahre Seefahrt ab, von der Antike bis zur heutigen Containerschifffahrt.

Peter Tamm hatte die Sammlung ab 1991 als Privatmuseum zugänglich gemacht, bevor sie in die HafenCity zog. Seit 2016 leitet sein Sohn Peter Tamm junior das Haus.

Historische Bugzier des Kriegsschiffs SMS Kronprinz Wilhelm im Maritimen Museum
Neben Modellen zeigt das Haus Originalteile wie diese Bugzier. Foto: Matti Blume, CC BY-SA 4.0

Besuch planen

Geöffnet ist täglich, allerdings gibt es einzelne Schließtage im Jahr. Wer nachmittags kommt, kann sparen: Ab 16:30 Uhr gilt ein vergünstigtes Ticket.

Adresse

Koreastraße 1, Kaispeicher B
20457 Hamburg, HafenCity

Am Magdeburger Hafen, südlich der Speicherstadt.

Öffnungszeiten

  • Täglich 10 bis 18 Uhr
  • Shop und Buchhandlung bis 18:30 Uhr

Schließtage 2026: 31. August, 21. September, 20. November, 24. und 31. Dezember.

Eintritt

  • Erwachsene 18 €
  • Ermäßigt 13 €
  • Kleinfamilie 21 €, Familie 38 €
  • Gruppen ab 10 Personen 14 € pro Person
  • Schulklassen 3,50 € pro Person

Störtebeker-Ticket ab 16:30 Uhr für 9 €. Stand August 2026.

Anfahrt

  • U4 Überseequartier, rund fünf Minuten zu Fuß
  • U1 Meßberg, rund zehn Minuten
  • Buslinie 111 hält in der Nähe

Zur Elbphilharmonie sind es zu Fuß etwa zehn Minuten.

Direkt vor dem Haus liegt der Magdeburger Hafen. Von dort sind es zu Fuß rund zehn Minuten zur Elbphilharmonie und fünf zur Speicherstadt.

Zur Website des Museums

Ein Speicher voller Schiffe, die nie in See stechen werden.