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Deutsches Hafenmuseum & Viermastbark PEKING

Am letzten Kaiensemble der Kaiserzeit liegt die Viermastbark PEKING von 1911, dahinter ragen Hafenkrane in den Himmel, im 50er-Schuppen stapeln sich 10.000 Objekte aus der Zeit vor dem Container. Saisonbetrieb, Dienstag geschlossen; 7 Euro, unter 18 frei, PEKING-Rundgang 15 Euro.

Foto: Erakules, CC BY-SA 4.0

Der Hamborger Veermaster

Sie ist das erste, was man sieht: die PEKING, 1911 bei Blohm & Voss für die Reederei Laeisz gebaut, einer der legendären Flying P-Liner, mit Stahlrumpf, vier Masten und 18 Rahen. Von 1911 bis 1932 fuhr sie Salpeter aus Chile um Kap Hoorn, dann diente sie in England als Schulschiff ARETHUSA, lag ab 1975 als Museumsschiff in New York und kehrte im September 2020 nach aufwendiger Restaurierung auf der Peters Werft in Wewelsfleth nach Hamburg zurück – seitdem liegt sie am Bremer Kai im Hansahafen. Besichtigen lässt sie sich nur bei den geführten Rundgängen (rund 60 Minuten), die seit der Saison 2026 durch das nahezu komplett rekonstruierte Innere führen: Kartenhaus, Kombüse, Mannschaftsräume und Kapitänssalon. Dazu gibt es Themenführungen, auch auf Englisch und Plattdeutsch.

Rund um die denkmalgeschützten 50er-Schuppen im ehemaligen Freihafen – dem letzten erhaltenen Kaiensemble der Kaiserzeit – zeigt das Deutsche Hafenmuseum die Zeit des Stückgutumschlags vor dem Container: Kaikrane, historische Güterwagen auf den Originalgleisen der Hafenbahn, der kohlebefeuerte Schwimmdampfkran SAATSEE von 1917, der Schutendampfsauger SAUGER IV von 1909, der Stückgutfrachter MS BLEICHEN und die ersten Van Carrier vom Beginn der Containerzeit. Im südlichen Teil des Schuppens 50A versammelt das Schaudepot auf 2.500 Quadratmetern rund 10.000 Objekte zu Hafenarbeit, Güterumschlag, Schiffbau und Revierschifffahrt; ehrenamtliche „Hafensenioren“ führen vor, wie ein Schwimmkran unter Dampf klingt oder ein Taucher per Handpumpe Luft bekam. Die Sammlung wuchs seit 1986 im Museum der Arbeit; heute gehört der Standort zur Stiftung Historische Museen Hamburg, die auf dem Grasbrook den Neubau des Deutschen Hafenmuseums plant – mit der PEKING als künftigem Liegeplatz-Star.

Holzverkleidetes Kartenhaus mit Messingschild von Blohm & Voss und geschwungenem Oberlicht auf dem Deck der PEKING, dahinter Takelage
Das restaurierte Kartenhaus mit dem Werftschild von Blohm & Voss auf dem Deck der PEKING – seit 2026 sind auch Kapitänssalon, Kombüse und Mannschaftsräume wieder eingerichtet. Foto: Eduard47, CC BY-SA 4.0

Gut zu wissen

Das Museum läuft im Saisonbetrieb: montags sowie Mittwoch bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen; im Winter macht es Pause. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt und für Gruppen ab zehn Personen 4 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind frei. Der Rundgang über die PEKING kostet 15 Euro inklusive Museumsbesuch, unter 18 kostenlos; Treffpunkt ist 15 Minuten vorher am Kassenhäuschen vor dem Schiff, festes Schuhwerk ist Pflicht, Kinderwagen und Rollatoren können nicht mit an Bord. Tickets gibt es im Onlineshop der SHMH. Für den Hunger zwischendurch stehen ein Kaffeewagen und der Museumsladen „Zampelbüdel“ bereit; die Hafenmanufaktur bietet Wochenendkurse im Segelmachen und Schmieden.

Leerer, warm beleuchteter Laderaum der PEKING mit genieteten Stahlspanten, Holzboden und einer Leiter zum Deck
Der Laderaum der PEKING: Hier lagen einst tausende Tonnen Salpeter aus Chile – bei den Rundgängen geht es hinunter unter Deck. Foto: Hinnerk11, CC BY-SA 4.0

Anfahrt

Das Gelände liegt im ehemaligen Freihafen auf dem Kleinen Grasbrook, Australiastraße, Schuppen 50A. Mit der S-Bahn bis Veddel (BallinStadt), Ausgang Nord, dann Bus 256 bis Hafenmuseum – oder 1,5 Kilometer zu Fuß über den Veddeler Damm. Am Wochenende fährt zusätzlich der historische Bus der Linie 856 vom Bahnhof Elbbrücken. Mit dem Schiff: Maritime Circle Line ab Landungsbrücken (Brücke 10) oder HADAG-Fähre 73 bis Argentinienbrücke. Mit dem Auto über Elbbrücken und Veddeler Damm, Beschilderung „Schuppen 50–52“; per Rad durch den Alten Elbtunnel und dann noch rund vier Kilometer.

PEKING-Rundgänge & Tickets

Schaudepot in einem Holzschuppen mit Dachstuhl, Dampfmaschine, Bahnhofsuhr, Vitrinen und Booten
Im Schaudepot des Schuppens 50A stehen Hafenarbeit, Güterumschlag, Schiffbau und Revierschifffahrt dicht an dicht – rund 10.000 Objekte auf 2.500 Quadratmetern. Foto: Uwe Rohwedder, CC BY-SA 4.0

In der Nähe

Gleich nebenan am Schuppen 52A liegt die Flotte der Stiftung Hamburg Maritim mit historischen Schiffen und Kranen, und die MS BLEICHEN hat eine eigene Seite. Auf der anderen Seite der Elbbrücken erzählt die BallinStadt auf der Veddel von den Auswanderern, die hier ihre Schiffe bestiegen.

Besuch planen

Die Angaben stammen von shmh.de, Stand September 2026, ohne Gewähr.

Adresse

Schuppen 50A, Australiastraße
20457 Hamburg, Kleiner Grasbrook

S-Bahn Veddel + Bus 256 Hafenmuseum; Sa/So Linie 856 ab Elbbrücken.

Öffnungszeiten

  • Montag, Mittwoch bis Freitag 10:00 bis 17:00 Uhr
  • Samstag, Sonntag, Feiertage 10:00 bis 18:00 Uhr
  • Dienstag geschlossen

Saisonbetrieb, im Winter geschlossen. PEKING nur mit Führung.

Eintritt

  • Erwachsene 7 €
  • Ermäßigt / Gruppen ab 10: 4 €
  • Unter 18 Jahren frei
  • PEKING-Rundgang 15 € inkl. Museum

Rundgänge Mo, Mi–Fr 11–15 Uhr, Sa/So 10–16 Uhr, ca. 60 Min.

Kontakt

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