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Zur Ritze

Kultkneipe seit 1974, mit Boxring im Keller.

Die Tür, die jeder kennt

Zur Ritze liegt an der Reeperbahn 140, in einem Durchgang, den man von der Straße leicht übersieht. Erkennbar ist der Eingang an zwei gespreizten Frauenbeinen in High Heels, die links und rechts der Tür an die Wand gemalt sind.

Unten steht ein Boxring, oben hängen signierte Fotos an den Wänden. Geöffnet ist jeden Tag; bei Google steht die Kneipe bei 4,4 von 5 Sternen aus fast 4.000 Bewertungen.

1974gegründet
7Tage die Woche geöffnet
6 UhrFr und Sa bis
4,4bei Google
Boxring im Keller der Ritze mit dem Schriftzug Zur Ritze Hamburg 1974 auf der Matte
Der Boxring im Keller, die Matte mit dem Schriftzug „Zur Ritze Hamburg 1974“, an den Wänden Säcke und Plakate. Foto: Google Maps

Hanne Kleine und der Boxkeller

1974 richtete der Boxer Hanns Jürgen „Hanne“ Kleine unter dem Palais d’Amour einen Boxkeller ein. Kleine war Amateurboxer und gehörte der DDR-Nationalmannschaft an. Über dem Keller entstand die Kneipe, die er 38 Jahre lang führte – bis zu seinem Tod 2011 im Alter von 79 Jahren.

Im Ring trainierten später Namen, die man kennt: Dariusz Michalczewski, Henry Maske sowie Vitali und Wladimir Klitschko. Bis heute wird dort geboxt, inzwischen mit eigenen Trainerinnen und Trainern.

Ob man als Gast hinunterkommt, ist unterschiedlich: Manche Rezensionen schwärmen vom Keller als Pflichtprogramm, andere standen vor verschlossener Tür. Verlassen sollte man sich nicht darauf.

Zwei Fläschchen Ritze-Schnaps, ein Pflaumenlikör der Kneipe
Der hauseigene Ritze-Schnaps, ein Pflaumenlikör – es gibt ihn auch im Online-Shop der Kneipe. Foto: Google Maps

Vom Pissoir zur Kultkneipe

Der vordere Teil der Ritze war nach Darstellung des Hauses einmal das Pissoir des Palais d’Amour; der hintere Teil kam erst später dazu. Wurde der rote Vorhang zum Anbau zugezogen, hieß das: geschlossene Gesellschaft.

Auch der Name hat eine Geschichte. Bei der Gewerbeanmeldung sollte die Kneipe „Zur Spalte“ heißen. Das war den Behörden zu schlüpfrig, also wurde „Zur Ritze“ daraus.

Die Beine an der Tür stammen vom Kiezmaler Erwin Ross, der halb St. Pauli mit Pin-up-Fassaden ausgestattet hat. Modell stand nach verbreiteter Überlieferung seine eigene Frau.

Wand in der Ritze voller gerahmter und signierter Fotos prominenter Gäste
Die Wand hinter dem Tresen: gerahmte und signierte Fotos, dazwischen Erinnerungsstücke aus fünf Jahrzehnten. Foto: Google Maps

Heute

Seit 2014/15 führt Carsten Marek die Kneipe, früher Kickbox-Weltmeister, mit einem Team um Ken Hövermann. Übergeben hat sie ihm Kirsten Klein, die Witwe des Gründers. 2024 feierte das Haus sein 50-jähriges Bestehen.

Aus der reinen Milieu- und Boxerkneipe ist längst ein Ort für alle geworden. Udo Lindenberg, Falco und Otto Walkes gehörten zu den Gästen; Jan Fedder nannte die Ritze sein „Wohnzimmer“. Aus der Jukebox laufen alte Ludenlieder.

Zum Haus gehören inzwischen mehr als die Kneipe: der Imbiss Zur Ritze Curry, die Ritze Lounge als Eventfläche, die Show „Kiezlife Live“ aus dem Boxkeller und ein Online-Shop mit Fanartikeln.

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Der Eingang liegt etwas zurückgesetzt an der Reeperbahn und ist leicht zu übersehen. Die bemalte Tür ist das sicherste Erkennungszeichen – im Boden davor liegt ein Stern für Hanne Kleine.

Adresse

Reeperbahn 140
20359 Hamburg, St. Pauli

Eingang im Durchgang, von der Straße leicht zu übersehen.

Öffnungszeiten

  • Mo bis Mi 17–2 Uhr
  • Do 17–4 Uhr
  • Fr und Sa 14–6 Uhr
  • So 14–2 Uhr

Stand September 2026.

Geschichte

  • 1974 von Hanne Kleine gegründet
  • Beine gemalt von Erwin Ross
  • Boxkeller unter dem Palais d’Amour
  • Seit 2014/15 Carsten Marek

2024 wurden 50 Jahre gefeiert.

Anfahrt

  • S1 und S3 Reeperbahn, wenige Minuten
  • S1 und S3 Königstraße, rund fünf Minuten

Am westlichen Ende der Reeperbahn.

Zur Website von Zur Ritze

Eine Kneipe mit Boxring im Keller und einer Tür, die jeder kennt.