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Washington-Bar

Langer roter Tresen in der Bernhard-Nocht-Straße, seit 1952.

Eines der letzten Wohnzimmer auf St. Pauli

Die Washington Bar liegt in der Bernhard-Nocht-Straße 79, zwischen Reeperbahn und Hafenrand. Seit den frühen 1950er Jahren sitzen hier Leute am langen roten Tresen – die Bar selbst datiert sich auf 1952.

Sie zählt sich zu den letzten echten Wohnzimmern des Viertels und stellt sich in eine Reihe mit Elbschlosskeller, Goldenem Handschuh, Schellfischposten und Nobiskrug. Bei Google steht sie bei 4,4 von 5 Sternen aus 137 Bewertungen.

1952seit
19 UhrFr und Sa geöffnet ab
80–100Plätze
4,4bei Google
Backsteinfassade der Washington Bar in der Bernhard-Nocht-Straße mit grünem Schild und roten Fensterrahmen
Roter Klinker, rote Fensterrahmen, ein kleines grünes Schild – mehr Ankündigung gibt es nicht. Foto: Google Maps

Der lange rote Tresen

Drinnen führt der Tresen in weitem Bogen durch den Raum, darüber hängen rote Lampenschirme, dahinter stehen die Flaschen in Regalen mit Samtbezug und Goldfransen. An den Wänden kleben Polaroids von Gästen.

Freitags und samstags legt ein DJ auf – „wechselnde Plattenkoffer“, wie es das Haus nennt. Der Eintritt ist frei, es gilt ein Bändchen-System, und der Laden fasst 80 bis 100 Leute.

Auf der Karte stehen eigene Signature Cocktails wie Washington Sour, Nutty Sailor oder Beat Root, dazu Bier vom Fass. Geraucht werden darf drinnen – die Bar wirbt sogar damit.

Drink auf einem Untersetzer am DJ-Pult der Washington Bar, darüber das beleuchtete Schild Washington Bar
Am DJ-Pult: ein Drink vor dem beleuchteten Schild und der gemusterten Tapete. Foto: Google Maps

Wie Freddy Quinn hier entdeckt wurde

In den frühen Fünfzigern sang hier ein junger Österreicher namens Manfred Nidl – allerdings keine Seemannslieder, sondern Hillbilly-Songs und US-Folklore. Ein Cowboy der Reeperbahn.

1952 saß Jürgen Roland am Tresen, damals junger Reporter beim NWDR, und suchte für die Sendung „Was ist los in Hamburg?“ keine perfekten Sänger, sondern Typen. Er nahm Nidl mit vor die Kamera.

Aus dem Hillbilly-Sänger wurde danach Freddy Quinn, der „Seemann der Nation“ – mit Liedern wie „Junge, komm bald wieder“ und „La Paloma“. Die Geschichte hängt bis heute an diesem Tresen.

Flaschenregale der Washington Bar mit rotem Samtbezug und goldenen Fransen
Die Regale hinter dem Tresen: roter Samt, Goldfransen, Flaschen in zwei Reihen. Foto: Google Maps

Unter der Woche zu – oder gemietet

Offen ist nur am Wochenende. Von Sonntag bis Donnerstag vermietet das Haus sich selbst: für Feiern, Film- und Fotoproduktionen, Workshops oder Bühnenabende.

Bei den Zeiten widersprechen sich die Quellen. Die eigene Seite schreibt für Freitag und Samstag „Doors 19.00 Uhr bis Open End“, Google führt 19 bis 2 Uhr – und zusätzlich den Donnerstag von 19 bis 24 Uhr, den die Bar selbst als Miettag führt. Wer donnerstags hin will, fragt besser vorher nach.

Betrieben wird das Haus laut Impressum von Saudi Segazeab Wolde-Mikael und Christian Cvachovec.

Besuch planen

Die Bernhard-Nocht-Straße liegt eine Straße unterhalb der Reeperbahn, Richtung Hafenrand – deutlich ruhiger als der Kiez ein paar Meter weiter nördlich.

Adresse

Bernhard-Nocht-Straße 79
20359 Hamburg, St. Pauli

Zwischen Reeperbahn und Hafenrand.

Öffnungszeiten

  • Fr und Sa ab 19 Uhr
  • So bis Do nur exklusiv buchbar

Stand September 2026.

Gut zu wissen

  • Eintritt frei, Bändchen-System
  • Raucherbar
  • DJ am Wochenende
  • 80 bis 100 Plätze

Telefon 0160 7264680, Anfragen auch per WhatsApp.

Anfahrt

  • S1 und S3 Reeperbahn, rund fünf Minuten
  • S1 und S3 Landungsbrücken, rund zehn Minuten

Von der Reeperbahn geht es bergab.

Zur Website der Washington Bar

Ein Tresen, an dem 1952 der „Seemann der Nation“ entdeckt wurde.