St. Michaelis (Michel)
Dreimal gebaut, zweimal zerstört. Vom Turm aus sieht man die Stadt bis zum Hafen.
Das Wahrzeichen, das Seeleute suchen
Wer vom Wasser nach Hamburg kam, hielt früher nach dem Michel Ausschau. Der Turm war das erste, was man von der Stadt sah, und er diente als Seezeichen. Bis heute ist er auf fast jeder Postkarte drauf.
Der volle Name lautet Hauptkirche Sankt Michaelis. Der Turm misst 132,14 Meter, die Aussichtsplattform liegt auf 83 Metern. Nach oben kommt man über 452 Stufen oder mit dem Fahrstuhl, für den man immerhin noch 52 Stufen selbst gehen muss.
Dreimal gebaut
Die Geschichte des Michel ist eine Kette von Rückschlägen. Der erste Bau entstand zwischen 1647 und 1750. Am 10. März 1750 schlug ein Blitz ein, die Kirche brannte nieder.
Der zweite Bau wurde 1751 begonnen und 1762 eingeweiht, entworfen von Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin. Der Turm kam 1786 dazu. Diese Kirche gilt als einer der wichtigsten Barockbauten Norddeutschlands. Am 3. Juli 1906 brannte auch sie ab, ausgelöst durch Lötarbeiten am Dach.
Der dritte Bau folgte der zweiten Fassung so genau wie möglich, geleitet von Julius Faulwasser, und wurde 1912 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde er erneut schwer beschädigt. Die Wiedereröffnung war 1952. Auffällig: Alle drei Einweihungen fanden am 19. Oktober statt.
Was es drinnen zu sehen gibt
Der Innenraum ist hell und weit, ausgelegt auf 2.500 Besucher. Protestantische Kirchen dieser Zeit waren als Predigtkirchen gebaut: Alle sollten den Prediger sehen und hören können, deshalb die Emporen und der zentral gestellte Altar.
Fünf Orgeln stehen im Haus, was für eine einzelne Kirche ungewöhnlich viel ist. Die Turmuhr hat acht Meter Durchmesser und ist damit die größte ihrer Art in Deutschland.
Unter der Kirche liegt die Krypta, eine der größten Grabkammern Norddeutschlands. Dort sind 2.425 Namen von Bestatteten bekannt, unter ihnen Carl Philipp Emanuel Bach. Die Krypta ist Teil des Besucherbereichs und lässt sich zusammen mit dem Turm besichtigen.
Besuch planen
Die Kirche selbst kann man kostenlos betreten, um eine Spende wird gebeten. Turm und Krypta kosten Eintritt. Die Öffnungszeiten wechseln mit der Jahreszeit, im Sommer ist deutlich länger offen als im Winter.
Adresse
Englische Planke 1
20459 Hamburg, Neustadt
Der Zugang zu Turm und Krypta liegt an der Südseite.
Öffnungszeiten
- Mai bis September 9 bis 20 Uhr
- April und Oktober 9 bis 19 Uhr
- November bis März 10 bis 18 Uhr
Letzter Einlass zu Turm und Krypta jeweils 30 Minuten vor Schluss.
Eintritt Turm und Krypta
- Erwachsene 12,50 €
- Ermäßigt 11,50 €
- Kinder von 5 bis 15 Jahren 9,50 €
- Kinder unter 4 Jahren frei
Die Kirche selbst ist frei zugänglich. Preise gelten seit 1. April 2026.
Anfahrt
- U3 Rödingsmarkt oder Baumwall, rund sieben Minuten zu Fuß
- S1 und S3 Stadthausbrücke, rund acht Minuten
- Buslinie 111 hält an der Kirche
Bei Gottesdiensten ist die Turmbesteigung eingeschränkt.
Vom Michel sind es rund zehn Minuten zu Fuß bis zu den Landungsbrücken. Wer beides an einem Tag machen will, sollte den Turm zuerst nehmen, solange die Luft klar ist.
Zweimal abgebrannt, dreimal aufgebaut. Der Michel steht noch immer da, wo Hamburg ihn braucht.