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Magazin Filmkunsttheater

Traditionskino im Innenhof einer Schumacher-Wohnanlage – ein Saal mit 370 Plätzen, Kaffeeklatsch und kein Popcorn.

Ein Saal, 370 Plätze, kein Popcorn

Das Magazin liegt in Fiefstücken 8a in Winterhude, im Innenhof einer denkmalgeschützten Wohnanlage, die Fritz Schumacher als Heimstätte für Arbeiter- und Rentnerfamilien entwarf. Rund 470 Wohnungen gehören dazu – und ein Saalbau im Inneren der Gartenhofanlage, der ursprünglich Speise- und Veranstaltungssaal mit Bühne und Orchestergraben war. Über den Backsteinarkaden hängt heute ein Schriftzug in Art-déco-Lettern: MAGAZIN. Dahinter liegt ein einziger, großer Kinosaal mit 370 roten Samtsesseln, geschwungener Wandverkleidung und schwerem Vorhang.

Bei Google steht das Haus bei 4,6 von 5 Sternen aus 438 Bewertungen. Immer wieder gelobt werden das Programm, die Atmosphäre und besonders der Kaffeeklatsch: „Ich liebe die Vorstellungen um 16.00 Uhr zum Kaffeeklatsch. Danke, dass es so einen Ort noch gibt“, schreibt eine Besucherin. Das Kino selbst formuliert seinen Anspruch so: „High-Tech-Ambiente, Chrom und Popcorn sind hier nicht gewünscht.“

4,6bei Google, 438 Bewertungen
370Plätze in einem Saal
1974als Magazin wiedereröffnet
8,50 €vor 16:30 Uhr und zur Matinee
Großer Kinosaal mit geschlossenem rotem Vorhang, roten Samtsesseln und geschwungener heller Wandverkleidung
Roter Vorhang, rote Samtsessel: der Saal mit 370 Plätzen. Foto: Google Maps

Vom Speisesaal zum Traditionskino

Der Saal wurde bis Anfang der 1940er-Jahre als Veranstaltungsraum der Wohnanlage genutzt. Ende 1937 zogen die „Winterhuder Lichtspiele“ ein und etablierten sich mit anspruchsvollem Spielplan; nach dem Krieg war das Haus nach eigener Chronik das erste Filmtheater, das in der britischen Besatzungszone eine Lizenz zur öffentlichen Filmvorführung erhielt. Als in den späten 1960ern das Fernsehen die Kinos leerte, hielt sich auch dieses Haus nicht – im Dezember 1973 gingen die Projektoren aus.

1974 übernahmen neue Betreiber das Kino und führten es als MAGAZIN zu einem der ersten und erfolgreichsten Programmkinos der Republik. Hier hatten Klassiker wie die „Rocky Horror Picture Show“ und Scorseses „Mean Streets“ ihre deutsche Erstaufführung, als noch niemand an diese Filme glaubte; die Heinz-Erhardt-Filme und „Raumpatrouille Orion“ erlebten im Magazin ihre Wiederentdeckung und zogen von hier aus durch die Programmkinos anderer Städte. Double Features und lange Filmnächte wurden nach Angabe des Hauses hier entwickelt. Seit mehr als 80 Jahren läuft an diesem Standort Kino, davon rund 50 Jahre als Magazin – nach eigener Darstellung ist es damit Hamburgs ältestes noch erhaltenes und durchgehend bespieltes Traditionskino.

Kinoleinwand mit dem projizierten Schriftzug Herzlich Willkommen im Magazin, davor rote Sessellehnen
Der Gruß auf der Leinwand, bevor der Film beginnt. Foto: Google Maps

Kaffeeklatsch, Matinee und KiTa-Kino

Neben dem regulären Programm hat das Magazin feste Rituale. Dienstags und donnerstags um 16 Uhr läuft der „Kaffeeklatsch“ mit gratis Kaffee und Gebäck, sonntags um 11 Uhr die Matinee. Seit 2003 gibt es eine sonntägliche Dokumentarfilmreihe mit Multimedia-Vorträgen, teils in Zusammenarbeit mit dem Film- und Fernsehmuseum Hamburg, dazu historische Hamburg-Filme, Biografien und Literaturverfilmungen. Dazu kommen Kultfilmnächte, Sing-Along-Abende und Kultfilmnachmittage für Kinder.

Eine Besonderheit ist das KiTa-Kino in den Ferien, das seit über 30 Jahren läuft und von Kindergruppen aus Hamburg und dem Umland besucht wird; nach Angabe des Hauses ist das Magazin das einzige Filmtheater in Deutschland mit einem solchen Angebot. Traditionell ist auch der Silvesterabend mit Filmklassikern der 30er- bis 60er-Jahre, Sekt und Glühwein für alle Gäste. Schul- und Gruppenvorstellungen lassen sich auf Anfrage buchen, der Saal auch mieten.

Kinofoyer mit Schild Kasse über einem Rollladenfenster, altem Filmprojektor und gerahmten Filmfotos an gelber Wand
Im Foyer stehen ein historischer Projektor und Bistrotische. Foto: Google Maps

Preise, Karten und Gutscheine

Die Normalvorstellung kostet 10 Euro, ermäßigt 9,50 Euro für Studierende und Rentner. Alles, was vor 16:30 Uhr beginnt – also auch der Kaffeeklatsch – sowie die Matinee kosten 8,50 Euro; bei Überlänge kommen 0,50 bis 1 Euro dazu. Bezahlt wird nur bar. Reservieren muss man für reguläre Vorstellungen nicht: „Wir haben 370 Plätze und Sie die freie Auswahl!“ Die Eintrittskarten sind klassische Rollenkarten, die Gutscheine aus Papier handgeschnitten, „daher gerne auch mal etwas schief“ – sie kosten 9 Euro, gelten für alle Vorstellungen ohne Zuzahlung, sind unbegrenzt haltbar und übertragbar.

Alle Filme laufen in der deutsch synchronisierten Sprachfassung; Ausnahmen werden im Programm gekennzeichnet. Feste Öffnungszeiten nennt das Kino nicht – maßgeblich ist der Spielplan, den es auch als Monatsprogramm zum Download und als E-Mail-Verteiler gibt. Auskünfte und Programmansage laufen über 040 5113920.

Technik ohne 3D

2013 endete die analoge Filmproduktion, und das Magazin musste seine komplette, nach eigener Beschreibung noch intakte Vorführanlage ersetzen. Dafür wurde auch die Hauselektrik erneuert, die noch aus der Zeit des Baus stammte; insgesamt floss eine sechsstellige Summe in Bild- und Tontechnik. Bewusst verzichtet wurde dabei auf 3D. Was die Gäste laut Kino schätzen, ist die Kombination aus klassischem großem Saal, moderner Projektion und dem Charme der alten Kinozeit.

In Winterhude

Das Kino liegt mitten in einem Wohngebiet zwischen Krochmannstraße und Ohlsdorfer Straße – eine Lage, die dem Haus in den 1970ern paradoxerweise das Überleben sicherte: Weil sie für einen Supermarkt zu abgelegen war, blieb der Saal als Kino erhalten, während anderswo die Lichtspielhäuser umgebaut wurden. Seit 2007 setzt sich ein gemeinnütziger Förderverein für den langfristigen Erhalt des Hauses ein.

Besuch planen

Programm auf magazinfilmkunst.de ansehen, Bargeld einstecken – und dienstags oder donnerstags um 16 Uhr zum Kaffeeklatsch kommen.

Adresse

Fiefstücken 8a
22299 Hamburg, Winterhude

Im Innenhof der Wohnanlage. Auskünfte und Programmansage 040 5113920, info@magazinfilmkunst.de.

Feste Termine

  • Kaffeeklatsch Di und Do 16 Uhr, Kaffee und Gebäck gratis
  • Matinee sonntags 11 Uhr
  • Sonntägliche Dokumentarfilmreihe
  • KiTa-Kino in den Ferien
  • Silvester mit Filmklassikern

Feste Öffnungszeiten nennt das Kino nicht; maßgeblich ist der Spielplan.

Eintritt

  • Normal 10 €, ermäßigt 9,50 €
  • Vor 16:30 Uhr und Matinee 8,50 €
  • Überlänge +0,50 bis 1 €
  • Gutscheine 9 €, unbegrenzt gültig
  • Nur Barzahlung

Laut magazinfilmkunst.de, Stand September 2026.

Gut zu wissen

  • Ein Saal mit 370 Plätzen
  • Keine Reservierung für reguläre Vorstellungen nötig
  • Alle Filme in deutscher Synchronfassung
  • Kein 3D, kein Popcorn
  • Saal mietbar, Schul- und Gruppenvorstellungen möglich

Bei Google 4,6 von 5 Sternen aus 438 Bewertungen.

Zur Programmvorschau

Ein Saal, 370 Sessel und dienstags Kaffee und Kuchen zum Film.