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KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Auf dem Gelände des größten Konzentrationslagers Nordwestdeutschlands erinnert die Gedenkstätte an mehr als 100.000 Häftlinge aus ganz Europa: 57 Hektar, 17 erhaltene Gebäude, fünf Ausstellungen, das Haus des Gedenkens — Eintritt frei, das Gelände ist jederzeit zugänglich.

Ein Ort der Erinnerung in den Vierlanden

Ende 1938 richtete die SS in einer stillgelegten Ziegelei in Neuengamme ein Außenlager des KZ Sachsenhausen ein; im Frühsommer 1940 wurde daraus ein eigenständiges Konzentrationslager, bis 1945 das zentrale Lager Nordwestdeutschlands. Mehr als 100.000 Menschen aus allen besetzten Ländern Europas waren hier und in den über 85 Außenlagern inhaftiert — verhaftet wegen Widerstands gegen die Besatzung, wegen Verweigerung von Zwangsarbeit oder aus rassistischen Gründen. Sie mussten im Klinkerwerk, auf Baustellen und in Rüstungsbetrieben Schwerstarbeit leisten. Mindestens 42.900 Häftlinge starben im Hauptlager, in den Außenlagern, auf den Todesmärschen und beim Bombardement der KZ-Schiffe in der Lübecker Bucht.

Nach dem Krieg diente das Gelände als Internierungslager und Gefängnis; das Vergessen hatte lange Vorrang. 1953 entstand ein erstes Mahnmal am Rand, 1965 auf Drängen der Überlebenden das Internationale Mahnmal mit der Skulptur „Le Déporté“, 1981 das Dokumentenhaus, 1995 die Dauerausstellung in den ehemaligen Walther-Werken und das Haus des Gedenkens. Erst nach der Schließung der Gefängnisse 2003 konnte die KZ-Gedenkstätte Neuengamme auf dem gesamten historischen Gelände gestaltet werden; sie wurde im Mai 2005 zum 60. Jahrestag der Befreiung eröffnet. Heute umfasst sie 57 Hektar mit 17 erhaltenen Gebäuden und ist eine der größten Gedenkstätten Deutschlands. Fünf Ausstellungen — die Hauptausstellung im ehemaligen Häftlingsblock, die Ausstellungen zur Lager-SS, im Klinkerwerk, in den Walther-Werken und an der Gefängnismauer — erzählen die Geschichte des Ortes viersprachig; Archiv, Bibliothek und Studienzentrum machen ihn zum Forschungs- und Lernort für rund 100.000 Besucher im Jahr.

Blick über das Gelände der Gedenkstätte auf das ehemalige Klinkerwerk mit Backsteinfassade, davor Gleise mit Loren und eine kahle Eiche
Das ehemalige Klinkerwerk: Hier mussten die Häftlinge Ziegel für die Bauvorhaben der SS in Hamburg brennen; 1984 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Foto: SHGL (Rainer Viertlböck)

Gut zu wissen

Die Ausstellungen sind Montag bis Freitag von 9:30 bis 16 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr (geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar); das Außengelände ist auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich und mit Informationstafeln erschlossen. Der Eintritt ist frei. Am Haupteingang am Jean-Dolidier-Weg 75, direkt an der Bushaltestelle „KZ-Gedenkstätte, Ausstellung“, gibt es einen Service-Point mit Buchshop und Audioguides für das Gelände. Der Arbeitskreis Kirchliche Gedenkstättenarbeit bietet jeden Sonntag Führungen und Gespräche an, dazu kommen thematische Sonntagsführungen aus dem Veranstaltungskalender; Gruppenführungen werden über den Museumsdienst Hamburg gebucht und finden zum großen Teil im Freien statt. Gelände und Ausstellungen sind größtenteils barrierefrei. Für Kinder unter zwölf Jahren wird der Besuch der Ausstellungen nicht empfohlen, Hunde sind auf dem Gelände nicht erlaubt. Eine kleine Cafeteria der Elbe-Werkstätten in der Hauptausstellung hat Montag bis Donnerstag von 9:30 bis 14:30 Uhr geöffnet.

Weiße Stoffbahnen mit den Namen der Toten hängen vor roten Wänden im Haus des Gedenkens, darüber ein Oberlicht
Im Haus des Gedenkens sind die Namen von Tausenden Toten auf Stoffbahnen bewahrt — für viele Angehörige der einzige Ort der Trauer. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Alexander Glaue)

Anfahrt

Mit der S-Bahn (S2) bis Bergedorf, von dort mit Bus 127 oder 227 bis zur Haltestelle „KZ-Gedenkstätte, Ausstellung“. Mit dem Auto über die A25, Ausfahrt Curslack, dann der Ausschilderung folgen; Parkplätze liegen direkt am Jean-Dolidier-Weg, ein Busparkplatz ist ausgeschildert.

Führungen & Veranstaltungen

Bronzeskulptur eines ausgemergelten, am Boden liegenden Häftlings vor einer Natursteinmauer, davor ein kleiner Blumenstrauß im Herbstlaub
Die Skulptur „Le Déporté“ (Der sterbende Häftling) von Françoise Salmon am Internationalen Mahnmal von 1965. Foto: SHGL (Iris Groschek)

In der Nähe

Die Gedenkstätte liegt in den Vierlanden am Rand der Stadt. Wer den Tag hier verbringt, findet in der Nachbarschaft das Rieck Haus, das Freilichtmuseum zur bäuerlichen Geschichte der Vierlande in Curslack, und die Riepenburger Mühle in Kirchwerder.

Besuch planen

Die Angaben stammen von kz-gedenkstaette-neuengamme.de, Stand September 2026, ohne Gewähr.

Adresse

Jean-Dolidier-Weg 75 (Haupteingang)
21039 Hamburg, Neuengamme

S2 Bergedorf, dann Bus 127/227 bis „KZ-Gedenkstätte, Ausstellung“.

Öffnungszeiten

  • Ausstellungen Mo–Fr 9:30 bis 16:00 Uhr
  • Sa, So und Feiertage 10:00 bis 17:00 Uhr
  • Gelände jederzeit zugänglich

Geschlossen am 24., 25. und 31.12. sowie am 1.1.

Eintritt

  • Eintritt frei
  • Audioguide am Service-Point
  • Führungen sonntags und nach Buchung

Für Kinder unter 12 nicht empfohlen. Keine Hunde.

Kontakt

Größtenteils barrierefrei. Cafeteria Mo–Do 9:30–14:30 Uhr.