Hamburger Kunsthalle
Drei Gebäude, acht Jahrhunderte Kunst und das meistbesuchte Kunstmuseum Deutschlands.
Ein Museum, das aus Bürgerstolz entstand
Die Kunsthalle ist keine Fürstensammlung, die irgendwann für das Publikum geöffnet wurde. Sie entstand aus dem Gegenteil: 1817 gründeten Hamburger Bürger einen Kunstverein, weil die Stadt kein Museum hatte. Aus dieser Sammlung wurde das Haus, das heute am Glockengießerwall steht.
Es ist inzwischen das meistbesuchte Kunstmuseum Deutschlands. 2024 kamen rund 600.000 Menschen. Der Grund liegt auch am Bestand: Die Sammlung reicht über acht Jahrhunderte vom Mittelalter bis zur Gegenwart und hängt auf mehr als 13.000 Quadratmetern.
Drei Häuser, drei Epochen
Was von außen wie ein Gebäude wirkt, sind eigentlich drei. Der Altbau aus rotem Backstein wurde nach Plänen von Georg Theodor Schirrmacher und Hermann von der Hude errichtet, Grundstein 1865, Eröffnung am 20. August 1869. Er ist der repräsentative Teil mit dem großen Treppenhaus.
Zwischen 1912 und 1921 kam ein Erweiterungsbau von Fritz Schumacher dazu, dem damaligen Oberbaudirektor der Stadt. Schumacher hat Hamburg architektonisch stark geprägt, seine Handschrift trägt auch dieser nüchterne Muschelkalkbau.
Das dritte Haus ist die Galerie der Gegenwart, ein weißer Kubus von Oswald Mathias Ungers. Gebaut von 1993 bis 1996, eröffnet am 24. Februar 1997. Dort hängt die Kunst nach 1960. Die drei Bauten sind unterirdisch verbunden, man kann also trockenen Fußes von der Romantik in die Gegenwart laufen.
Das Eismeer und der Wanderer
Wer nur eine halbe Stunde hat, geht zu Caspar David Friedrich. Zwei seiner bekanntesten Werke hängen hier: Das Eismeer von 1823/24 und Der Wanderer über dem Nebelmeer von 1818. Letzteres ist eines der meistreproduzierten Bilder der deutschen Kunstgeschichte und wirkt im Original deutlich kleiner, als die meisten erwarten.
Aus derselben Zeit stammen Die Hülsenbeckschen Kinder von Philipp Otto Runge, entstanden zwischen 1805 und 1810. Runge kam aus Wolgast und arbeitete in Hamburg, das Bild zeigt Kinder eines befreundeten Kaufmanns.
Neben den Gemälden gehört zum Haus ein Kupferstichkabinett mit über 130.000 Blättern und eine Bibliothek mit mehr als 175.000 Bänden. Beides ist nicht Teil des normalen Rundgangs, lässt sich aber für Forschung nutzen.
Besuch planen
Montags ist geschlossen. Donnerstags ist bis 21 Uhr geöffnet, das ist der ruhigste Zeitpunkt für einen Besuch. Wer sparen will, hat zwei Möglichkeiten: das Abendticket in der letzten Stunde oder den ersten Donnerstag im Monat, an dem der Eintritt abends kostenlos ist.
Adresse
Glockengießerwall 5
20095 Hamburg, Altstadt
Direkt nördlich des Hauptbahnhofs, Eingang über das Hubertus-Wald-Forum.
Öffnungszeiten
- Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
- Donnerstag 10 bis 21 Uhr
- Montag geschlossen
An Heiligabend geschlossen, Silvester 10 bis 15 Uhr, Neujahr 12 bis 18 Uhr.
Eintritt
- Regulär 18 €
- Ermäßigt 9 €
- Unter 18 Jahren frei
- Familienticket 16 € oder 32 €
- Gruppen ab 8 Personen 14 € pro Person
Der Gruppenpreis steigt ab September 2026 auf 16 €. Stand August 2026.
Günstiger hinein
- Letzte Stunde 9 €, ermäßigt 6 €
- Erster Donnerstag im Monat 18 bis 21 Uhr frei
- Flexticket 25 €, ein Jahr gültig
Das Abendticket gilt 17 bis 18 Uhr, donnerstags 20 bis 21 Uhr.
Die Kunsthalle liegt direkt neben dem Hauptbahnhof. Wer mit dem Zug ankommt, kann das Museum ohne Umweg mitnehmen, es sind keine fünf Minuten zu Fuß.
Aus einem Bürgerverein von 1817 wurde das meistbesuchte Kunstmuseum des Landes.