Freiheit im Wortsinn
Die Große Freiheit ist eine Seitenstraße der Reeperbahn am Nobistor. Angelegt wurde sie 1610 in Altona und kam erst 1938 durch das Groß-Hamburg-Gesetz zu Hamburg.
Der Name kommt von den Freiheiten, die hier galten: Ein Privileg des Grafen Ernst von Schauenburg von 1601 erlaubte mennonitischen Kaufleuten, sich niederzulassen. Andersgläubige und zünftisch nicht organisierte Handwerker durften hier arbeiten und beten.
Kirche neben Clubs
Die religiöse Vorgeschichte ist bis heute sichtbar. Die katholische Kirche St. Joseph wurde 1721 neu gebaut und steht mitten zwischen den Clubs.
Auch Gebäude der ehemaligen Mennonitengemeinde aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind erhalten. Die Straße war lange ein Ort für alle, die anderswo nicht geduldet wurden.
Diese Mischung aus Kirche und Nachtleben ist ungewöhnlich und hat historische Gründe, keine zufälligen.
Die Clubs
Heute prägen Musikclubs das Bild: Große Freiheit 36, Kaiserkeller, Grünspan. Dazu kommen Bars, unter anderem von Olivia Jones.
Bekannt wurde die Straße durch den Indra-Club in der Nummer 64. Dort traten die Beatles zum ersten Mal auf, bevor sie über die Konzerte im Star-Club größere Bekanntheit erreichten.
Der Name hat auch die Popkultur erreicht: 1951 entstand der Film Große Freiheit Nr. 7, 1996 und 1997 lief eine gleichnamige ZDF-Serie.
Besuch planen
Die Straße selbst ist frei zugänglich. Eintritt kostet nur der Besuch der Clubs, und der lohnt sich vor allem an Wochenenden.
Lage
Große Freiheit
22767 Hamburg, St. Pauli
Seitenstraße der Reeperbahn am Nobistor.
Zugang
Frei zugänglich
Eintritt kostet nur der Besuch der Clubs.
Bekannte Adressen
- Große Freiheit 36
- Kaiserkeller
- Grünspan
- Indra-Club, Nummer 64
- Kirche St. Joseph
Im Indra spielten die Beatles ihre ersten Hamburger Konzerte.
Anfahrt
- S1 und S3 Reeperbahn, rund fünf Minuten
- U3 St. Pauli, rund zehn Minuten
Der Beatles-Platz liegt am Eingang der Straße.
Tagsüber wirkt die Große Freiheit wenig einladend, die Leuchtschriften sind aus und die Türen zu. Wer sie erleben will, kommt abends.
Eine Straße, auf der zuerst gebetet und später gespielt wurde.