Ein Markt, der aus einem Streit entstand
Der Altonaer Fischmarkt geht auf die Rivalität zwischen Altona und Hamburg zurück. Altona erhielt 1664 die Stadtrechte, und seit 1703 durfte dort auch sonntags vor dem Kirchgang gehandelt werden.
Genau daher kommen die frühen Zeiten: Der Markt musste beendet sein, bevor der Gottesdienst begann. Um 9:30 Uhr ist bis heute Schluss.
Die Zeiten und warum sie so früh sind
Von April bis Oktober beginnt der Markt um 5 Uhr, von November bis März um 7 Uhr. Das Ende liegt immer bei 9:30 Uhr.
Der frühe Beginn ist kein Marketing, sondern historisch: Der Handel musste vor dem Kirchgang abgeschlossen sein. Diese Regel von 1703 bestimmt die Öffnungszeiten bis heute.
Wer um 9 Uhr kommt, erlebt den Ausverkauf. Dann werfen die Marktschreier ganze Kisten zusammen, um nichts mitnehmen zu müssen. Wer die Auswahl will, kommt früher.
Mehr als Fisch
Der Name führt in die Irre. Neben Fisch gibt es Obst und Gemüse, Pflanzen, lebende Tiere, Textilien und Souvenirs.
Die Marktschreier gehören zum festen Bestand. Ihre Auftritte sind Theater: Sie packen Körbe voll, rufen Preise aus und verhandeln lautstark mit dem Publikum.
An Sommersonntagen kommen rund 70.000 Menschen, im Winter zwischen 5.000 und 10.000. Der Unterschied ist deutlich spürbar.
Besuch planen
Der Besuch kostet nichts. In der Fischauktionshalle nebenan spielen sonntagmorgens Bands, auch das ist frei zugänglich.
Lage
Große Elbstraße
22767 Hamburg, Altona-Altstadt
Direkt am Elbufer, neben der Fischauktionshalle.
Öffnungszeiten
- April bis Oktober: 5 bis 9:30 Uhr
- November bis März: 7 bis 9:30 Uhr
- Nur sonntags
Das Ende um 9:30 Uhr gilt das ganze Jahr.
Eintritt
- Kostenlos
- Livemusik in der Fischauktionshalle ebenfalls frei
Bezahlt wird nur, was man kauft.
Anfahrt
- S1 und S3 Reeperbahn, rund zehn Minuten
- Buslinie 111 bis Fischmarkt
- Fähre 62 bis Fischmarkt
Sonntagmorgens fahren zusätzliche Busse.
2020 wurde der Markt zum ersten Mal in seiner über 300-jährigen Geschichte abgesagt, wegen der Pandemie. Er blieb bis April 2022 geschlossen und läuft seither wieder regulär.
Seit 1703 muss um halb zehn Schluss sein, weil dann die Kirche anfing.