Alter Elbtunnel
426 Meter unter der Elbe, seit 1911 in Betrieb. Für Fußgänger kostet es nichts.
Ein Tunnel mit Aufzügen statt Rampen
Der St. Pauli Elbtunnel öffnete am 7. September 1911 für Fußgänger, am 30. November desselben Jahres auch für Fahrzeuge. Er ist 426,5 Meter lang, führt 24 Meter unter die Elbe und besteht aus zwei parallelen Röhren mit je 4,8 Metern Durchmesser.
Statt Rampen gibt es Aufzüge: vier Schächte pro Seite, die Fahrzeuge und Menschen rund 9,5 Meter in die Tiefe bringen. Die beiden Kuppelbauten an den Enden entwarf das Büro Raabe und Wöhlecke, dieselben Architekten wie bei den Landungsbrücken.
Gebaut unter Druckluft
Der Bau erfolgte im Schildvortrieb unter Druckluft. Die Arbeiter mussten in Druckkammern arbeiten, weil sonst Wasser in die Baustelle gedrückt worden wäre. Drei von ihnen starben an der Druckluftkrankheit.
Gekostet hat der Tunnel 10,7 Millionen Goldmark, nach heutigem Wert rund 74,9 Millionen Euro. Er war seinerzeit eine technische Sensation und der erste Flusstunnel dieser Art auf dem europäischen Festland.
In den Röhren sitzen Keramikreliefs in den Wänden, die Elbtiere zeigen: Fische, Krebse, Ratten. Sie sind original erhalten.
Sanierung über Jahre
Die Sanierung begann mit geschätzten 15 bis 17 Millionen Euro und endete bei 131,8 Millionen für beide Röhren. Die Oströhre war 2019 fertig, die Weströhre folgte 2026.
Für Kraftfahrzeuge war der Tunnel ab Juni 2019 gesperrt. Am 4. Mai 2026 wurde er wieder geöffnet, nach fast sieben Jahren.
Für Fußgänger und Radfahrer war er die ganze Zeit über nutzbar und kostenlos. Das gilt weiterhin, rund um die Uhr, mit Ausnahme der Silvesternacht zwischen 21 und 4 Uhr.
Besuch planen
Für Fußgänger und Radfahrer ist die Durchfahrt kostenlos. Von der Südseite in Steinwerder hat man einen der besten Blicke auf die Hamburger Skyline.
Adresse
Bei den St. Pauli-Landungsbrücken
20359 Hamburg, St. Pauli
Der Zugang liegt im westlichen Kuppelbau der Landungsbrücken.
Öffnungszeiten
Für Fußgänger und Radfahrer rund um die Uhr
Ausnahme: Silvester zwischen 21 und 4 Uhr geschlossen.
Kosten
- Fußgänger kostenlos
- Radfahrer kostenlos
- Kraftfahrzeuge seit 4. Mai 2026 wieder zugelassen
Die Sanierung kostete insgesamt 131,8 Millionen Euro.
Anfahrt
- S1 und S3 Landungsbrücken
- U3 Landungsbrücken
- Fähre 62 bis Landungsbrücken
Auf der Südseite liegt Steinwerder.
Der Weg lohnt sich vor allem wegen des Rückblicks: Vom Südufer sieht man Landungsbrücken, Michel und Elbphilharmonie in einer Reihe. Das ist einer der klassischen Hamburg-Blicke und kostet keinen Eintritt.
Seit 1911 unter der Elbe, und für Fußgänger bis heute umsonst.